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Der rechtsextremismus in finnland



НазваниеDer rechtsextremismus in finnland
Дата конвертации27.08.2012
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DER RECHTSEXTREMISMUS IN FINNLAND

  • ZERRISSEN UND POLITISCH BEDEUTUNGSLOS,

  • TROTZDEM KEINE ENTWARNUNG


"Kanaken raus!", fordert die "Nationalsozialistische Front Finnlands" (Suomen kansansosialistinen rintama) in ihrem Fluglatt. Die in ihren www- Seiten auftauchenden Texte sind grösstenteils wie aus der Propaganda der NSDAP genommen. Da wird für die Reinhaltung der arischen Rasse, für den Antisemitismus und für die soziale Demagogie geworben. Anderseits verkünden sie u.a. den Kampf gegen die Europäische Union und gegen die Vereinten Nationen. Diese winzige neue neonazistische Grüppchen umfasst wahrscheinlich nur 10-20 Mitglieder und ihre Bedeutung besteht darin, dass sie über Internet rechtextremes Gedankengut verbreiten.

Die rassistische Gewalttätigkeit der "White Power" Nazi-Skins hat in solchen Städten wie Helsinki, Espoo und Joensuu die politische Breitewirkung durch die Medienberichterstattung in der Boulevardpresse über den "Rassenkampf" erzielt und dadurch zur ausländerfeindlichen Stimmung im ganzen Land beigetragen.

Die rechtsextremen Organisationen haben z.Zt. keinen parlamentarischer Einfluss in Finnland. Der Aufschwung des Rechtsextremismus in Europa hat das Streben nach einer rechtsextremen Partei wie Haiders FPÖ oder Le Pens Front National in den Kreisen der Rechtsextremisten geweckt.

Bis jetzt sind die Versuche, eine solche Partei zu gründen aber gescheitert.

Zur einflussreichten örtlichen rechtsextremen "Partei" gehört die Nationale Front (Kansallinen rintama). Sie erzielte bei den letzten Kommunalwahlen 4.4 % in Turku und bekam drei Sitze im Stadtparlament.

Der Vorsitzender der Gruppe ist der Privatderektiv Olavi Mäenpää, der sich mit der rassistischen Hetze gegen die in der Umgebung lebenden Somalier einen Namen gemacht hat.

Die zweite rechtextreme Gruppe, die bestimmte örtliche Bedeutung im ländlichen Gebiet Mittel-Finnlands besitzt, ist der Vaterländische Nationalbund (Isänmaallinen Kansallis-Liitto, IKL). Die 'Partei' wurde im April 1993 gegründet und bezieht auf die Tradition der in den 30er-Jahren enstandenen rechtsextremen Partei "Vaterländische Volkspartei" (Isänmaallinen Kansanliike, IKL), die den Kampf der faschistischen Lapuabewegung zur Sicherrung der Ergebnisse der blutigen Bürgerkrieges im Jahr 1918 und endgültigen Niederringung der Linken fortsetzen wollte. Programm, Organisation und äusseres Auftreten der alten IKL waren in vieler Hinsicht von den italienischen und deutschen

Faschisten übernommen. Die alte IKL wurde nach dem Krieg als "hitlerfreundliche" Partei aufgelöst und verboten. Die Neugründung von IKL wurde erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion möglich.

Eine der Hauptparolen der neuen IKL lautet: ""Nationalisten aller länder, vereinigt euch". Das Parteiprogramm ist v.a.
bestimmt von Nationalismus, rassistischer Fremdenfeindlichkeit und die Feindschaft gegenüber der EU geprägt.

Die dritte rechtsextreme Gruppe ist die Nationale Rechte (Isänmaallinen Oikeisto), die 1993 in der Stadt Lahti gegründet wurde. Das Programm der Bewegung bezieht sich erstens auf den eigentümlichen Nationalismus, der auf dem Nationalepos von Finnland, das Kalevala basiert. Alle Symbole und bildlichen Motive der Nationalen Rechten stammen aus dem Kaleva. Sie fordern den Kampf für die Selbstädingkeit Finnlands im Namen des Nationalismus vom Kaleva. Der Ausgangspunkt ihres Nationalismus ist die These, dass Finnland seit dem schwedischen Kreuzzug im 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein seine Selbstständigkeit nicht erreicht hat. Bestandteil ihres 'Befreiungskampfes' ist die Rückkehr zur vorchristlichen Religion Finnlands. Das zweite Element ihres Programms ist die Forderung nach dem "echten finnischen Sozialimus" im Unterschied zum deutschen Nationalsozialismus. In der Realität ist diese pseudosozialistische Demagogie gekennzeichnet durch die Übernahme der vor 1933 von der NSDAP propagierten Losung von der Brechung der Zinsknechtschaft. Ihre politische Bedeutung besteht auf die Förderung der rassistischen Angriffe gegen Ausländer durch die Verbreitung der rechtsextremen Propaganda durch die eigene Zeitschrift und www-Seiten.


Die einzige im Parlement vertretene Partei, die deutlich auf den Rechtspopulismus setzt, sind die "Treuen Finnen" (Perussuomalaiset). Diese Partei ist aus der populistischen "Finnischen Partei der Landgebiete" erwachsen, die in den Reichstagswahlen 1970 überraschende Weise insgesamt 18 Mandate im Parlament errang.

Die Partei der "Treue Finnen" erhielt allerdings bei den letzten Parlamentwahlen 1998 nur ca. 1,5 % der Stimmen und einen Sitz. Der Vorsitzender der Partei, Timo Soini, hat mehrmals die Gründung einer rechtsextremen Partei mit dem Charakter der FPÖ angeregt. Er selber aber hat dazu nicht die erforderlichen Eigenschaften eines charismatischen "Führers". Ihm fehlt auch die politische Fähigkeit zur erfolgreichen Übernahme einer rechtspopulistischen oder -extremen Partei.

Die rechtsextremen Gruppen Finnlands sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt hoffnungslos zerrissen. Sie sind hoffnungslos zerrissen vor allem wegen der "Führerschaft"-Frage. Es ist höchst wahrscheinlich, dass keine der jetztigen Organisationen für eine Gründung einer landesweiten rechstextremen Partei fähig sei. Keine von den Gruppen ist nicht allein imstande, die 5000 für die Parteigründung erfordelichen Unterschriften zu sammeln.

Das Schein der politischen Bedeutungslosigkeit des Rechtsextremismus in Finnland aber täuscht. Man schätz ein, dass beachtliches Potential für den Rechtsextremimus in Finnland existiert. Man geht sogar 10-15 % der Wählerstimmenpotential aus. Nach der Meinung des Professors für Politologie an der Universität Helsinki, Tuomo Martikainen, ist entscheide Frage für den Ausschwung des Rechtsextremismus, ob ein charismatischer rechtsextremer Politiker eines modernen Medienpopulisten auftaucht.

Die neuesten soziologischen Untersuchungen signalisieren jedenfalls, dass keine Entwarnung vor der rechten Gefahr möglich sei. Nach der neuesten Untersuchungen ca. 27% der Schüler der 9. Klasse setzen den Nationalismus mit dem Rassismus gleich. "Die Ausländerfeindlichkeit der gewöhnlichen Jugendlichen muss ernsthaft genommen werden. Sie scheint schon ein Teil der Jugendkultur geworden zu sein", stellt der Jugendforscher Vesa Puuronen fest. Ähnlich sieht die Situation die Forscherin Anne-Marie Keskitalo: "In dem Alltag der Jugendlichen ist der Rassismus 'in'".

In den finnischen Massenmedien wird die Zunahme der rassistischen und antidemokratischen Einstellungen unter den Jugendlichen mit der Dauer der Arbeitslosigkeit und der sozialen Ausgrenzung in Verbindung gebracht. Einer der Haupthypothesen sei, dass mit zunehmender Dauer der Ausgrenzung reagiert die ausgegrenzten Jugendlichen offen antidemokratischer als 'Versorgte' und ist eher bereit, eine Haltung einzunehmen, die sich an den ideologischen Ausrichtungen rechtspopulistischer Strömungen orientiert. Dadurch wird aber der Zuwachs des rechtsextremen Gedankenguts innerhalb der sg. jugendlichen Modernisierungsgewinner ausgeblendet. Die Zunahme des Wohlstandschauvismus und des sozialdarwinistischen Denkens bei gleichzeitiger Akzeptanz gesellschaftlicher Differenzieungsprozesse kann zur rechtsradikalen Radikalisierung am oberen Rand der sozialen Hierarchie führen. Der vor kurzem gestorbene Schriftssteller Erno Paasilinna warnte schon 1987 vor der Entstehung der faschistischen Mentalität unter den Gewinnern der 2/3- Gesellschaft folgendermassen: "...seine soziale Gewissen ist verkümmert und verstockt ... Seine Einstellung verwandelt in die faschistische in dem Moment, in dem er zum ersten Mal verachtet und zum Schluss hasst die schwächeren Mitbürger, sogenannte B-Menschen." Diese Feststellung wird durch die Forschungergebnisse bestätigt. Ein Drittel von den 18-30 - jährigen städtischen Jugendlichen tendiert zu dem neurechten Gedankengut, zu dessen Elementen u.a. Marktliberalismus, rassistische Fremdenfeindlickeit, nationalistische Rhetorik und der Wunsch nach dem starken Führer gehören.




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