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Tierbezeichnungen in der deutschen und Russischen Phraseologie



НазваниеTierbezeichnungen in der deutschen und Russischen Phraseologie
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Каримова Р.Х.

(Стерлитамакская гсоударственная педагогическая академия)

Tierbezeichnungen in der deutschen und Russischen Phraseologie

Das Ziel dieses Artikels ist Forschung der Frequenz der Tierbezeichnungen als Komponenten der Phraseologismen.

Die Sprachforscher meinen, die Gestalten, die auf dise Tierwelt zurьck gehen, seien die hдufigsten in der Phraseologie aller Sprachen. Dies wird durch die These bestдtigt, dass die Tierbezeichnungen zu den дltesten Wцrtern in allen Sprachen der Welt zu zдhlen sind. Um sein Benehmen, Gefьhle, Zustand, ДuЯere zum Ausdruck zu bringen, greift der Mensch zum Vergleich mit dem, was ihm am nдhesten ist. Erinnern wir aus an die japanische Horoskope mit Tierbezeichnungen des 12-jдhrigen Zyklus. Bei Menschen, die im bestimmten Jahr des Zyklus geboren sind, offenbaren sich, der Meinung der Waisen nach, Zьge des “Totemtieres” – die Zьge der Schlange, des Hundes, des Pferdes u.s.w. Deshalb stoЯen wir in den Sprachen vieler Vцlker auf die groЯe Zahl der Vergleiche, Metaphern, Sprichwцrter und sprichwцrtlicher Redensarten, die als Komponente Tierbezeichnungen enthalten. Die Nominationsprozesse werden durch Antropometrierungsprinzip bedingt, vgl.: Mдusedorn, Lцwenzahn, Wolfkirsche, Schafgarbe, Wolfwurz; russ. волчьи ягоды, львиный зев, собачки, лисички, гусиный цвет; tat. эт эчeге (вьюнок), карга милeше (волчья ягода), eтeч гoмбeсе (лисичка), кyгeрчен кyзе (незабудка); bash. hыйыр шалkаны (брюква), бесeй yлeне (валериана).

Die Ergebnisse der Forschung von phraseologischen Wцrterbьchern zeugen ьber hohe Frequenz der Tierbezeichnungen als Komponente der Phraseologismen. In den Forschungen von J. Sternkopf sind 76 verschiedene Tierbezeichnungen der Analyse unterworfen, die als Bestandteile der phraseologischen Einheiten auftreten. Die Frequenz der in seiner Forschung vorgestellten Tierbezeichnungen im Bestand der Phraseologismen schwankt von 1 bis 92 [Sternkopf, 1993: 375]. Als die produktvisten treten vom Standpunkt des Wissenschaftlers die Lexeme ‚Hund’ (22), ‚Pferd’ (18) und ‚Katza’ (16) auf vgl.: vor die Hunde gehen, die Pferde scheu machen, die Katze im Sack kaufen.

Die hohe Produktivitдt der genannten Tierbezeichnungen im Bestand der Phraseologismen wird durch extralinguistische Faktoren zu erklдren, weil die Haustiere eine wichtige Rolle im Leben des Menschen spielten, die Tiereigenschaften dienen als Motiv fьr die Entstehung vieler phraseologischer Einheiten im Deutschen.

Das Hyperthema „Tier“ schlieЯt Hyponyme ‚Fisch’ und ‚Vogel’, als auch ‚Sдugetier’, ‚Haustier’ und ‚Weichtier’. Die lexikalisch-semantische Gruppe ‚Insekten’ und ‚Wьrmer’ sind als Komponente in folgenden Phraseologismen vertreten, vgl.: emsig wie eine Biene, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, j-m die Wьrmer aus der Nase zichen [Sternkopf, 1993: 326].


In den Forschungen lexikalisch-semantischer Gruppe der Tierbezeichnungen, die von D.G.Malzewa unternommen wurde, wird die Gruppe ‚Nutztiere’ ausgesondert, zu denen Lexeme, Schaf, Kuh, Ziege, Hammel, Bock, Schwein, Ochse gehцren. Die genannten Tierbezeichnungen treten im Bestand der Phraseologismen im ьbertragenen Sinn auf, vgl. „du dummes blцdes Scha“, „neugriege Ziege“, „dumm wie ein Bock“, geduldig wie ein ‚Hammel’, ‚kleine Fische’, „du blцder Ochse!“ [Malzewa, 2001: 85].

Das Tier war fьr die Menschen nicht nur Nahrungs- und Kleidungsquelle, es tritt als Kriterium vieler menschlicher Eigenschaften dar; sowohl physischer als auch moralischer. Deshalb ist die Herkunft vieler Phraseologismen mit den besonderen Eigenschaften im Benehmen der Tiere, Vцgel, Insekten und Fische verbunden.

Von alters her wohnten viele Hasen und Kaninchen auf dem Territotium Deutschlands. Der Hase ist ein Lieblingsheld in deutschen Mдrchen und Fabeln. Er bekam solche Spitznamen: Meister Lampe, Hase, Kosoj. Die Lebensweise und die Besonderheiten im Benehmen der Hasen und Kaninchen dienten als Grund fьr die Entstehung ganzer Reihe von phraseologischen Einheiten im Deutschen.

Die Kaninchen sind sehr geschickt, deshalb ist es sogar fьr erfahrene Hunde sehr schwer, einen Kaninchen zu fangen. Die Hasen bemьhen sich, seine Spuren zu verwirren, indem sie groЯe Sprьnge zur Seite und nach hinten machen. Auf diesen Beobachtungen beruhen sich folgende Phraseologismen: „wissen, wie der Hase lдuft“, sehen wie der Hase lдuft, „merken wo der Hase liegt“.

In der selben Hinsicht ist auch phraseologische Einheit wie „ein alter Hase“ zu betrachten (vgl. im Russ: опытный работник, мастер своего дела). Im der deutschen Wendung wird die Erfahrenheit des Menschen in seinem Handwerk, Beruf unterstrichen.

Also, in der modernen deutschen Sprache sind die Phraseologismen mit Komponente „Hase“ nicht mit dem Begriff „feige“ verbunden, sondern weisen auf die Erfahrenheit des alten Hasen im Vergleich mit dem jungen hin. Der Begriff „Feigling“ wird durch die Wendung „Hans HasenfuЯ“ zum Ausdruck gebracht (vgl. rus. заячья душа, труслив как заяц).

Dem erfahrenen Hasen wird der Phraseologismus „kein heuriger Hase mehr sein“ gegenьbergestellt (стать взрослым самостоятельным человеком) [Malzewa, 2001: 53-54]. In den дltenen Volkssagen wurde der Hase als Teufel vorgestellt. Bei vielen Vцlkern wurde es verboten, den Hasen zu tцten oder sein Fleisch zu essen [Makowski, 1997: 87]. Trotzdem waren der Feldhase und das Wildkaninchen die beliebtesten Jagdobjekte im Westeuropa. Die unmittelbare Beziehung zur Jagd auf Hasen haben folgende feste Wendungen: „die reine Hasenjagd“, „das Hasenpanier ergreifen“; „jemandem einen Hasen in die Kьche jagen“ [Malzewa, 2001: 54].

^ Der Fuchs, anhand der mythopoetischen Vorstellungen, galt als Verkцrperung der Seele von Toten, und nicht selten begleitete sie die Totenseelen in das Jenseits, vgl. engl. fox ‚лиса’, engl. spook, d. Spuk ‚дух, привидение’. AuЯerdem trat der Fuchs oft in der Rolle des Werwolfs auf und galt bei vielen Vцlkern als Hexe, sie konnte verschwinden und unsichtbar sein [Makowski, 1997: 86-87].

Die Fuchsengestalt im Russisehen ruft die Vorstellung ьber einen schauen, schmeichlerischen Menschen hervor, deshalb nennt man solchen Menschen „старая лиса“, «Лиса Патрикеевна». Im Deutschen hat der Fuchs die Assoziationen nicht nur mit der Schlauheit (“ein schlauer Fuchs“, „die Fьchse prellen”) und mit der Speichelleckerei (den Fuchsschwanz streichen – лебезить, лизать пятки), sondern auch mit Verrat, vgl.: dem Fuchse beichten. Wie bekannt, ist der Fuchs nicht nur ein schlaues sondern auch ein sehr vorsichtiges Raubtier, sie versteht es, die Gefahr zu vermeiden. Dadurch sind folgende Phraseologismen zu erklдren: „der Fuchs muss zum Loch heraus“.

Nichts Gemeinsames hat mit dem schlauen Menschen der Phraseologismus „ein alter Fuchs“. Damit wird ein erfahrener Mensch gemeint, der alle Feinheiten und Listigkeiten seines Berufs beherrscht [Malzewa, 2001: 55-56].

Der Bдr galt als Urvater des Menschengeschlechts, vgl. Bedeutungsbeziehungen im Paar: Nach Olaf Magnus, stammten die Gotten und die Sachsen vom Bдren. Verbreitet sind die Mythen ьber die Ernдhrung Zeus und Alexander, Priams Sohnes, durch die Bдrinnen, ьber Genesung der kranken Schwester mit Bдrenmilch in russischen und littischen Mдrchen.

Die Bдrenmasken und Anzьge beziehen sich auf den weiten Ritualenkreis, die mit der Landwirtschaft verbunden sind. So haben sich die Opferpriester in Attika Bдrenhдuter im Ritualtanz angezogen. Die Artemidas Tempel lagen oft nahe den Quellen und Sьmpfen und symbolisierten die Furchtbarkeit der Erde. Weltbekannt sind die Sittenumkleidungen und verschiedene Manipulationen mit Bдrehhдutern in russischer und westeuropдischer Traditionen. Man opferte Artemida einen Bдren, bei ihrer Kirche wohnte der gezдhmte Bдr. Die Begleiterin von Artemida Kallisto wurde von Artemida in eine Bдrin verwandelt, danach wurde sie vom Zeus auf den Himmel in Form eines Sternbildes ьbertragen.

Besonders lange existierte die Vorstellung ьber Bдren als Pflanzengeist. In Sachsen herrschte der Aberglaube, der berichtete, wie der Brothaupt einen Bдren zur Welt bringt, der sitzt im letzten Garbe. In Niederцsterreich trug man den „Brotbдren“ ins Haus nach der Ernte. In ganzem Deutschland waren Anfang 19. Jhs. die Vorstellungen ьber Roggenbдren, Haferbдren, Strohbдren verbreitet. Die Sitten, die mit Bдren als Brotgeist verbunden sind, offenbaren sich deutlich in der Beschreibung des kцmischen Karnevals, wenn man den Bдren durch die Stadt zog und danach wurde er getцtet. In Lьneberg buk man zu Weihnachten Brot in Form eines Bдren, das mit Erfolgwьnschen, u.a. Neujahr schenkte. Vgl.: engl. bcar, aengl. baer, пpoco, lat. farina, engl. bread, russ. злак u.a. [Makowski, 1996: 214-215].

Bдr im Deutschen fдllt mit „Bдren“ im Reusischen im ьbertragenen Sinn in seiner Plumpheit und Ungeschickheit, Kraft zusammen, vgl.: ‚ein angeleckter Bдr’, ‚plump wie ein Bдr’; aber im Russischen gibt es keine obligatorischen Assoziationen mit der Gesundheit: „gesund wie ein Bдr“; mit starkem Hunger: „hungrig wie ein Bдr“. Aber man sagt: ‚einen bдrischen Durst haben’, ‚jemandem einen Bдrendienst erweisen’, ‚auf der bдrenhaut liegen’.

Negative Konnotation hat Komponente “Bдr” in folgenden Redewendungen: ‚einen Bдren anbinden’, jemandem ‚einen Bдren aufbinden’, ‚einen Bдren loslassen’.

In den Mдrchen nennt den Bдren „Meister Petz“. Petz ist eine дltere Form vom ‚Betz’, stellt eine Diminitivform vom Namen „Bernhard“ [Malzewa, 2001: 56-57].

^ Der Elefant wird in Indien mit Grazie und Majestдtischkeit assoziert, im Westen wird beim Vergleich des Menschen mit dem Elefanten ein plumper Menschegemeint, der alles um sich umkippt. Das erklдrt die Herkunft des Phraseologismus: “sich benehmen wie ein Elefant im Porzellanladen”.

Fьr die Slaven galt die Eule von alters her als Ktiterium der Betrunkenheit. Man sagt bisher bei Russen „клюет носом“, d.h. schlummert, wie die Eule beim Tageslicht [Mokienko, 1975: 86]. Bei Deutschen dient die Eule als Objekt des Spottes, z.B.: ‚die Eule unter Krдhen’, ‚jemanden zur Eule machen’. Die Eule symbolisiert unnьtze Tдtigkeit, vgl.: ‚da hat eine Eule gesessen’, ‚Eulen nach Athen tragen’. Der Betrunkene wird in Deutschland mit dem Affen assoziert, vgl.: ‚einen Affen (sitzen) haben’; ‚sich einen Affen kaufen’, das wird durch die Ahnlichkeit des Menschenbenehmens im betrunkenen Zustand mit den Grimassen des Affen erklдrt. Folgende feste Wortverbindung hat keinen russischen Дquivalenten: ‚einen Affen an j-m gefressen haben’ (d.h. ‚verliebt sein’).

Die Fдhigkeit des Kuckucks, den Menschen ihr Schicksal im vorauszusagen, liegt dem Phraseologismus „der hцrt den Kuckuck nicht mehr rufen“ zu Grunde (d.h. ‚er kann nicht bis zum Frьhling leben’). Seine Gewohnheit die Eier in fremde Nester einzulegen widerspiegelte sich im Phraseologismus, ‚j-m ein Kuckucksel ins Nest legen’ (d.h. j-m ‚etwas Unangenehmes mitbringen’). Der Kuckuck wird als Symbol in vielen negativen Wendungen gebraucht; z.B., j-n ‚zum Kuckuck jagen’; ‚zum Kuckuck gehen’; ‚des Kuckuck sein’. Von Interesse sind die Phraseologismen mit Komponenten ‚Tier’, ‚Fisch’, ‚Vogel’, die als Gattungsnamen zu betrachten sind. So sagt man z.B. ьber einen einflussreichen Menschen, der eine hohe Stellung in der Gesellschaft nimmt, scherzhaft: ‚ein groЯes Tier’, ьber den Menschen, der beim Treffen seine Kopfbedeckung nicht abnimmt, – ‚Vцgel unter dem Hut haben’, ьber den Menschen mit Splun im Kopf – ‚einen Vogel haben’ oder ‚den Vogel kriegen’; vgl. auch: ‚Spatzen im Kopf haben’. Folgende feste Wortverbindungen haben Дquivalente im Russischen: „stumm wie ein Fisch“; „sich fьhlen wie ein Fisch im Wasser“, aber die Deutschen pflegen auch so zu sagen: „im trьben fischen“ (im Sinne: einen Vorteil beim negativen Sachverhalt suchen).

Die Haustiere spielen eine wichtige Rolle im Leben jedes Volkes. Sie dienen treu dem Menschen im Laufe von Jahrtausenden, leben und arbeiten zusammen mit den Menschen, darum wissen die Menschen ihre Vorteile und Nachteile.

Die Kuh galt frьher als Heiltier und Gottesverkцrperung [Makowski, 1996: 295]. Doch konnte diese Fьtterin des Volkes die verspottenden Wendungen nicht vermeiden, z.B. „eine bunte Kuh“. Nur eine Wendung hat einen positiven Sinn – „eine milchende (melkende) Kuh“, sie hat doch auЯer „Sinn Quelle materiellen Wohlstands“ noch eine zusдtzliche Bedeutung – „etwas, was fьr eigenen Nutzen benutzt wird“. Anhand der mythologischen Vorstellungen, symbolisierte der Ochse den Tod und die Hцlle, obwohl galt der Tod unteilbar vom Leben. Als Todesfarbe galt die rote Farbe bei vielen Vцlkern (bei einigen – weiЯe Farbe).

In dieser Hinsicht ist ьberzeugbar der Name des Ochsen-Ritters im Chettischen: alas, vgl. russ ‚алый’ und chet. alis ‚weiЯ’ < ie. *(H)l 1-, *(H)a, pruss. gallan „Tod“, engl. hell „Hцlle“, ie *Kel – „Feuer, brennen“ vgl. auch engl/ dial. stirk ‚Ochs’, aber irl. dearg ‚rot’; kelt *trigio, Harmonie, Ordnung (sowohl Leben, als auch Tod galt als Weltharmonie). Typologisch vgl. engl. ox, d. Ochs, aber chet. ug ‚Tod’, russ. вол [Makowski, 1996: 111-113]. Der Russische Phraseologismus „это идет (ему) как корове седло“ ist dem deutschen “das paЯt wie dem Ochsen ein Sattel” gleich wie wir sehen, werden hier verschiedene Tierbezeichnungen gebraucht); und „die Wortverbindung, wie der Ochs am Berge stehen“ ist der russischen ‚уставился как баран на новые ворота’ synonymisch, indem sie die Dummheit symbolisiert. Vom Interesse ist die feste Wortverbindung, die den klugen Menschen preist; vgl. ‚dem kalbt der Ochse’.

Der Hund ist das дlteste Tier der Indogermanen, das vom Menschen domestiziert wurde (vgl. mhd, ahl. hunt, got. hunds, engl. hound, schw. hund). Die Hundereste wurden schon in Mesolithцhlen gefunden. Wahrnehmlich wurde der Hund vom Menschen fьr verschiedene Wirtschafts – und Ritualziele verwendet: als Verhьter des Hauses, der Herde, in der Jagd. Damit ist die Ritualbestimmung des Hundes als Opfertier verbunden.

Betrachten wir einige Wцrter mit der Bedeutung „Hund“ in indoeuropдischen Sprachen.

1. aengl. bicce (engl. bitch) bezieht sich auf tox. a pakware ‚schlimm’, lit. peccatum ‚Sьnde’, ie. *bhok – „brennen“, lit. ‚piktas, schlimm, bцse, sьndenhaft’;

2. d. ^ Rache (Brache) „Jagdhund“ bezieht sich auf al. rohi ‚Baum’, russ. ракита (Baum als Platz fьr Totenseelen, weil der Hund als Todsymbol galt). Der Hund gehцrt in der Konzeption von Gamkrelidse-Iwanow gehцrt zur hinteren Welt), darum lдsst M.M.Makowski fьr mцglich ai. naraka „Hцlle“ mit diesem Wort vergleichen (ie. *nau ‚Tod’ + aruss. paka ‘рай’);

3. d. Rьde “Jagdhund” wird mit russ. dial луд (Moralverlust), russ. dial. ‚Krankheit’, irl. ruadth verglichen;

4. engl. dog beziehen die Forscher mit arm. droh ‚Hцlle’, ie. *dhok ‚brennen’, anord. doedja ‚sterben’;

5. d. Hund bezieht sich (nach Makowski-Forschungen), auf aengl. codu ‚Krankheit’, ie. „brennen“ (lat. cinis „Asche“ < *kel ‚brennen’);

6. russ. сука (самка собаки) bezieht sich auf osettische sugyn ‘brennen’. Nach B.A. Uspenski; geht russische Raunheit auf das Hundbellen auf, d.h. die Rauhheit stellt die Ьbersetzung des Hundbellens auf die Menschensprache dar.

In Zentralasien und Persen wurden die Hunde mit Toten gefьttert, dieser Brauch fьhrte zur Moslemvorstellung, daЯ der Hund zum unreinen, geizigem, gemeinen Tier gehцrt [Tressidder, 1999: 344].

Es ist interesant zu betonen, daЯ der Hundstatus bei verschiedenen Vцlkern nicht gleich ist. Die Forschung des Verhдltnisses zum Hund in historischer Hinsicht in der menschlichen Gesellschaft lдsst die ganze Reihe ethnographischer Probleme erleuchten und kann als Ansatz fьr weitere Forschungen dienen, z.B. in solchem Gebiet wie Ethnolinguistik.

Beachtendes, sakralisiertes Verhдltnis zum Hund war fьr viele alte Kulturen und Traditionen kennzeichnend.

In vielen Lдndern kerhдlt man sich zum Hund sehr verehrend.

Positive Konnotation hat der Hund in festen Wortverbindungen „Hundestreue“, „Hundeszuverlдssigkeit“. Aber sie sind nicht zahlreich. Sehr hohe Frequenz haben die Phraseologismen mit Tierbezeichnung ‚Tier’ in seiner negativen Konnotation, vgl. russ. „собачья жизнь/смерть“, „как собак нерезаных“, «собаке (псу) под хвост (выбросить)», «гонять собак (ьber Faulenzer)», “собака на сене”. In den angefьhrten Beispielen bewahrt der Hund seine Bibelgestalt als verfolgtes und erkrдnktes Tier.

Mehr als ein Jahrhundert versuchen die Gelehrten das Geheimnis der Wortverbindung „der Hund fressen“ zu erraten, die in der modernen Sprache im Sinne „eine groЯe Erfahrung gewinnen“ gebraucht wird. Eine der Versien gehцrt M.I. Michelson, dem Anter sein des Nachschlagewerks der russischen Phraseologie Ende 19. Jhs. zu schaffen versuchte. Der Autor weist darauf hin, dass einige Vцlker Asiens, Afrikas und Amerikas Hundenfleisch essen. Bei Rцmern galt Hundenfleisch als Leckerbissen, der gebratene junge Hund galt als Gottesspeise.

Weil viele Sagen, die von Griechen und Rцmern geschrieben wurden, wurden spдter populдr bei Volksmassen, kann diese Wendung den Sinn „die Erfahrung gewinnen“ haben.

Negative Konnotation der Tierbezeichnung „Hund“ wird durch folgende Information bestдtigt: die Gegenwart des Hundes in der Kirche galt als „Entweihung“ des heiligen Ortes. Es war fьr die Priester verboten, einen Hund zu haben, und russische Bauern liessen den Hund ins Haus nicht, sie hielten ihn auЯer dem Haus [Uspenski, 1996: 121].

In vielen Kulturen galt der Hund als Verachtungs und Treuesymbol, das bestдtigt moderne Idiomatik. Diese Widersprьchlichkeit widespiegelt sich in der Herkunft des Wortes „Zyniker“ vom griechischen „Kuon“ (Hund), dem beleidigenden Ausdruck in bezug auf die Folger des Philosophen Diogen, der ihre aggressive Roheit illustriert.

Als ein verfolgtes Wesen stellt der Hund im Bestand vieler Phraseologismen dar, vgl.: russ. „собачья жизнь“, “сукин сын”, deut. Hundleben, Hundessohn. Hundelohn, hundgemein, hundekalt, Hundsfott (veralt.), auf den Hund kommen. Allgemeiner indoeuropдischer Verbalstamm *su (ahd, aengl. su, deut. Sau) stellt eine Transformation „eigen-fremd“ dar. Der Stamm *su bezeichnet Kindergeburt und Furchtbarkeit, die zum endoeuropдischen Namen des Schweines fьhrte - *su-s, slaw. *svinja. Daraus folgen abgeleitete Wцrter – *n: asl. svinu ‚свиной’, got. swein, ahd, aengl. swin (d. Schwein, engl. swine), altsl. cvinja (свинья).

Die Schweine werden vom Menschen von alters her domestiziert, auf dem Territorium Vorasiens, auch in Griechenland. Das Hausschwein wurde weit in der Wirtschaft als Fleischquelle benutzt. In Deutschland war die Schweinezucht die billigste Art der Viehzucht bis zum 17. Jh. Die Forscher weisen in dieser Hinsicht auf die weite Verbreitung der Wildschweine, die letzten wurden zum Stammvater der europдischen Schweine. Die bedeutende Rolle des Schweines in der Hauswirtschaft der Bauern Deutschlands widerspiegelte sich in den Sitten und Brдuchen des Landes und in der Sprache. In deutscher Kulturtradition ist das Schwein das Symbol des Glьcks und des Wohlstands. Es ist nicht erstaunlich, dass die Neujahrsglьckwьnsche in Deutschland oft mit Schweinabbildung begleitet werden. Dadurch wird (unserer Meinung nach) die Form der Sparbьchse als Schweinchen erklдrt [Malzewa, 2001; 57].

Positives Verhдltnis zu den Schweinen in den meisten mythologischen Quellen ist ihrer negativen Symbolik in religiosen Traditionen der Welt gegenьbergestellt. So, z. B. ьber die Fдhigkeit des Schweines etwas Hohes ins etwas Niedriges, etwas Wьrdiges ins etwas Verachtendes, Menschen in die Tiere zu verwandeln, erzдhlt die Geschichte von Zerzeja, die Odissejs Wegbegleiter in die Schweine verwandelte, das ruft zusдtzliche Assoziationen mit Lьsterheit hervor. Solches Verhдltnis zum Schwein wird in bedeutendem MaЯe durch Verhдltnis zu diesem Tier in anderen Kulturen bedingt. Es ist wohl bekannt, dass Schwein in der Westkunst Lьsternheit, Faulheit und Unersдttlichkeit symbolisiert. Unsauberheit und Gefrдssigkeit des Schweines ist in deutschen Sprichwцrtern widerspiegelt, die schon vom Mittelalter bekannt sind. So, z. B. die Redewendung „Schwein haben“ geht auf die Zeiten der Ritterturniere auf, als man den schlimmsten Schьtzen als Preis ein Schwein schenkte.

Ьber etwas Ьnbegreifbares sagen die Deutschen: ‚das friЯt kein Schwein’, ‚das kann kein Schwein verstehen’. In der Umgangssprache wird die Wortverbindung „sein Schwein schlachten“ gebraucht (im Sinne „sein Spargeld vergeuden“).

Wie es aus unseren Beispielen folgt, hat die Gestaltendenkweise verschiedener Vцlker unterschiedlische Basis, vgl. russ ‚разбираться как свинья в апельсинах’, ‚подкладывать свинью кому-либо’, ‚метать бисер перед свиньями’, die negative Konnotationen hervorrufen.

Unsere Forschungen lassen uns folgendes Fazit ziehen:

1. Die Phraseologie „widerspiegelt meistens empirische, historische und kulturelle Erfahrung des Sprachkollektivs, die mit seinen kulturellen Traditionen verbunden ist“ [Telija, 1996: 302]. Von diesem Standpunkt stellen die Phraseologismen jedes Volkes eine prдgnante Illustration der Nationalmentalitдt dar.

2. Fьr die Phraseologie jedes Volkes ist semantische und strukturelle Eigenart kennzeichnend, darin offenbaren sich die fьr jedes Volk spezifische Umwelteinschдtzungen [Čepkova, 1990: 56].

3. Die durchgefьhrte Analyse der Tierbezeichnungen lдsst sich schlieЯen, dass die Denkweise verschiedener Vцlker durch nationale Eigenart charakterisiert wird, das widerspiegelte sich in der Phraseologie der zu forschenden Sprachen.

4. Die Frequenz des Gebrauchs der Tierbezeichnungen als Komponenten im Bestand der Phraseolexeme wird durch intralinguistische Faktoren bedingt.

5. Die Unterschiede in der Weltbeschreibung sind durch die Unterschiede in der Erkenntnistдtigkeit des Menschen zu erklдren. Eine und dieselbe Tierbezeichnung kann sowohl negative als auch positive Symbolik haben.




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